Partnerschaftskomitee Wassenberg-Pontorson-Highworth e.V.

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Europatage 26. bis 29. Mai 2022

Liebe Freundinnen und Freunde der Städtepartnerschaften mit 

Pontorson und Highworth,

ich hoffe, ihr seid genau so froh und zufrieden wie wir, dass nach einer doch langen Zeit coronabedingter Enthaltsamkeit die diesjährigen Europatage haben stattfinden können. Wie Hélène uns mitteilte, sind die Franzosen am Sonntag, dem 29. Mai 2022, wieder wohlbehalten in Pontorson angekommen.

Insgesamt konnten wir dieses Jahr 35 Gäste aus Pontorson und 2 aus Highworth begrüßen. Es war ein beglückender Moment, als wir unsere Freunde aus Pontorson sowie Richard und Jane Pearce aus Highworth, die bereits einige Tage zuvor nach Wassenberg gekommen waren, von Angesicht zu Angesicht und leibhaftig begrüßen konnten. Umso größer war die Freude, da die Pontorsoner sogar früher als erwartet in Wassenberg eintrafen. Nach einem Sektempfang ging es dann für die Gäste zu ihren Gastgebern nach Hause.

Am nächsten Morgen fiel zunächst einmal ein Landregen, der aber pünktlich vor Abfahrt nach Brüggen aufhörte. Bevor der Bus aber starten konnte, wurden erst einmal bei Trinkgut Hensges die Vorräte geplündert und reichlich Bier eingekauft, das überdies genau zu diesem Zeitpunkt auch noch im Angebot war. Auf der Fahrt nach Brüggen gab es einige Erklärungen zu dem, was man am Wegesrand sehen konnte, angefangen mit dem Gelände des ehemaligen Militärflugplatzes in Wildenrath, über die Erstaufnahmeunterkunft für ukrainische Flüchtlinge in den ehemaligen Unterkünften der britischen Rheinarmee nahe Petersholz, hin zu den zahlreichen Windrädern, über die flächendeckend mit Photovoltaikanlagen bestückten Scheunen, über den Hinweis auf das wildreiche Waldband, das sich von Wassenberg entlang der holländischen Grenze bis zum Rhein zieht, bis hin zu den hier angebauten Feldfrüchten. Der Hinweis auf ein Campingplatzschild, das auf einen Campingplatz hinwies, ohne zu erwähnen, dass es sich hierbei um einen FKK-Platz handelte, veranlasste einige Pontorsoner Gäste dazu, einen Halt zu erbitten, worauf leider nicht eingegangen werden konnte, da wir die Camper natürlich nicht in ihrer Freizeitgestaltung stören wollten.

Angekommen in Brüggen, unternahmen wir zunächst einen halbstündigen gemeinsamen Sparziergang durch ein vor dem Ort gelegenes Feuchtbiotop. Extra für uns war ein Fischreiher in Position gegangen, und ein Schwan saß brütend unweit des Weges auf seinem Nest. Zurück in Brüggen, verteilte sich die Gruppe, besuchte die Sehenswürdigkeiten des Ortes anhand der ausgegebenen Flyer, machte einen kleinen Schaufensterbummel (auf Französisch: lèche-vitrines, was wörtlich „Schaufenster lecken“ bedeutet) oder genoss die örtliche Gastronomie, sei es in einem der mehreren Restaurants, im Schnellimbiss oder ließ es sich bei einem Eis gutgehen. Die hierfür angesetzten drei Stunden vergingen wie im Fluge.

Schon stand der nächste Programmpunkt an, das Freilichtmuseum in Grefrath. Bevor wir hier starten konnten, gab es eine kleine Verzögerung, da ein Hinweis auf die im Eingangsbereich befindlichen Toiletten zu einem unerwarteten Run auf dieselben führte. Nachdem wir noch einmal durchgezählt hatten, damit das Freilichtmuseum auch korrekt bezahlt werden konnte, verteilte man sich auf drei Führungen: eine auf Deutsch, eine auf Französisch und eine gemischte Führung auf Deutsch und auf Französisch, wobei Sabine Schmitz in altbewährter und routinierter Manier dolmetschte. Bei den Führungen fiel auf, dass in Frankreich die Landwirtschaft im Leben der Bevölkerung einen größeren Stellenwert hat als bei uns Deutschen. So kannten einige der Gäste (und auch einige der Deutschen) die ausgestellten landwirtschaftlichen Gerätschaften noch aus eigener Erfahrung, wie zum Beispiel ein Butterfass – „baratte“ auf Französisch. Nach der Führung bot sich bei glücklicherweise sonnigem Wetter noch die Gelegenheit, im Außenbereich des dem Museum angeschlossenen Pannekookehuus einen Pfannkuchen zu essen oder ein Getränk zu sich zu nehmen. Gegen 19.00 Uhr waren wir dann wieder zurück in Wassenberg und die Pontorsoner konnten den Abend bei ihren Gastgebern in Wassenberg verbringen.

Der Samstag stand dann ganz im Zeichen der offiziellen Feierlichkeiten. Um 10.00 Uhr begannen wir mit einem ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Kreuzkirche. Eindrucksvoll musikalisch untermalt wurde der Gottesdienst durch Gesänge des Quartettvereins Myhl auf Französisch, Englisch und Deutsch. Propst Wieners und Pfarrerin Bayer nahmen in ihren Predigten beziehungsweise Ansprachen Bezug auf die zur heutigen Zeit besonders wichtige Aufgabe unserer Städtepartnerschaften mit Pontorson und Highworth, ließen aber auch das Leid der Menschen in einem anderen europäischen Land, nämlich der Ukraine, nicht unerwähnt.

Von der Kreuzkirche ging es wenige hundert Meter weiter zum Forum der Betty-Reis-Gesamtschule zum dort stattfindenden Festakt, musikalisch in hervorragender Weise durch das Thomas-Elsenbruch-Trio untermalt. Auf die gehaltenen Reden, jede auf ihre eigene Weise eindrucksvoll, wird hier nicht eingegangen, da jede(r) diese noch einmal in den beigefügten Dateianhängen nachlesen kann. Die Redner trugen ihre Reden in ihrer jeweiligen Muttersprache vor, aber jedermann konnte die Reden anhand der ausgelegten Übersetzungen verfolgen. Eindrucksvoll zum Abschluss des Festakts war die eigenwillige Darbietung der drei Nationalhymnen sowie der Europahymne, 

der Ode an die Freude. Das Trio sang alle Hymnen, wobei die deutsche Nationalhymne recht unkonventionell zunächst nur von einer Person unter einfacher Gitarrenbegleitung begonnen wurde, bevor dann das Trio in voller Besetzung zu der dem Anlass gebotenen Feierlichkeit im Vortrag fand.

Nach dem offiziellen Festakt fand man sich auf dem Schulhof wieder, wo der Wettergott ein Einsehen mit uns hatte, und man bei sonnigem, wenn auch frischem Wetter, sich zu anregenden Gesprächen einfand, und zwar nicht nur die Komiteemitglieder mit ihren Gästen aus Pontorson und Highworth, sondern auch Bürgermeister Marcel Maurer sowie Mitglieder des Stadtrats, Propst Wieners, Pfarrerin Bayer und last, but not least, der ehemaliger Bürgermeister Manfred Winkens, der nun, wo er nicht mehr in Amt und Würden ist, auch als Privatperson unserem Verein treu bleiben will und Interesse bekundete, auch nächstes Jahr wieder mit nach Pontorson fahren zu wollen.

Nachdem man sich mit Sekt, Orangensaft und köstlich belegten Brötchen gestärkt hatte, traf man sich zum nächsten Programmpunkt, der feierlichen Eröffnung der Highworth Lane, am Pontorsonpatz ein. Ein großes Raunen ging durch die Gäste, als passend zum Anlass von der ehemaligen Bahnunterführung her die MacKenzie Pipe Band in Marschformation die Gäste mit ihrem Dudelsackspiel erfreute. Nachdem Bürgermeister Maurer in wohlgesetzten Worten auf die Vorgeschichte der Benennung der ehemaligen Bahntrasse, die nun zu einem wunderschönen Wander- und Radweg umgestaltet wurde, eingegangen war, trug Richard Pearce als Vorsitzender der Highworth Twinning Association ein Grußwort der Bürgermeisterin von Highworth vor, bevor er dann zusammen mit Bürgermeister Maurer das Band durchschnitt und die neu benannte Highworth Lane feierlich eröffnete. Hiermit war der offizielle Teil beendet. Die Rheinische Post hat übrigens bereits am Montag, dem 30. Mai 2022, über die Europatage berichtet.

Einige Interessierte fanden sich um 16.00 Uhr wieder am Pontorsonplatz ein, von wo Sepp Becker zu eine seiner überaus interessanten Stadtführungen aufbrach, die er immer auf die jeweilig anwesenden Teilnehmer abstimmt. In diesem Fall stellte die Franzosenzeit, zu der auch Wassenberg unter Napoleon zum Rur-Departement, auf Französisch „Département de la Roer“, gehörte, einen direkten Bezug für unsere Pontorsoner Gäste zur Geschichte unseren beiden Vaterländer her.

Die Teilnehmer hatten nur kurz Zeit, sich für das ab 19.00 Uhr die Europatage abschließende gemeinsame Abendessen im Wildenrather Restaurant „Zur Post“ frisch zu machen. Ein großer Dank geht an das Team um Herrn DiDiomede, der übrigens auch die belegten Brötchen für den Sektempfang geliefert hat. Trotz einer Auswahlmöglichkeit zwischen vier verschiedenen Hauptgerichten gelang es seinem Team, das Essen ohne große Wartezeiten zu den Gästen zu bringen, die die Suppe, das Hauptgericht und die Zusammenstellung aus drei verschiedenen Desserts ausnahmslos lobten. Bei anregenden Gesprächen klang der Abend gegen 23.00 Uhr aus.

Am Sonntagmorgen zur Abfahrt vom ZOB trafen sich alle wieder ein, auch um sich noch einmal zum obligatorischen Abschiedsfoto vor dem mit einem großen Foto des Mont Saint Michel geschmückten Reisebus aufzustellen. Fähnchen schwingend und winkend verabschiedeten wir uns zum Abschluss von unseren Gästen.

Rückblickend kann man sagen, dass der Verlauf der diesjährigen Europatage uns hoffnungsvoll stimmt, dass es nach der coronabedingten Pause weitergeht und wir uns schon auf die für nächstes Jahr geplante Tour nach Pontorson freuen. Auch mit Richard Pearce von der Highworth Twinning Association stehen wir im Gespräch, dass bald wieder eine Gruppe von Wassenberg nach Highworth starten kann. Ich denke, unser diesjähriges Konzept, etwas weg vom Motto des „Immer mehr“ hin zu einer Gestaltung der Tage zu gehen, die mehr Freiraum für persönliche Begegnungen bot, ist aufgegangen, auch wenn wir dafür auf die Zuschüsse aus Brüssel verzichten müssen.

Wir bedanken uns noch einmal bei allen Gastgebern, die nach der coronabedingten Pause den Mut und die Bereitschaft gezeigt haben, unsere Gäste aus Pontorson und Highworth zu beherbergen. Unser Dank gilt aber auch allen anderen, die zum Gelingen der Europatage 2022 beigetragen haben.

Der diesjährige „Prix de Wassenberg“ wird am Sonntag, dem 11. September 2022, im Hippodrome Anse de Moidrey, der Pferderennbahn in der Nähe von Pontorson, ausgetragen. Sollte jemand Interesse haben, hierzu nach Pontorson zu fahren, kann er mir dies bitte per E-Mail mitteilen, damit wir gegebenenfalls Näheres besprechen können.

Fotos zu den Europatagen müssen noch gesichtet werden und werden voraussichtlich bei der nächsten Mitgliederversammlung im Herbst gezeigt.

Herzliche Grüße

Heinz-Josef Peters

Geschäftsführer Partnerschaftskomitee Wassenberg e.V.

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Europatage 2022 - Rede von Marcel Maurer

Begrüßung Festakt Europatage durch Bürgermeister Marcel Maurer


Meine sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Gäste,


anlässlich der diesjährigen Europatage begrüße ich Sie ganz herzlich
zum Festakt hier im Forum der Betty-Reis-Gesamtschule.


Ganz besonders und zu Beginn begrüße ich unsere zahlreich
 angereisten Gäste aus Pontorson und Highworth.


Ich freue mich aber auch, zahlreiche Ehrengäste heute hier im Forum
 der Betty-Reis- Gesamtschule begrüßen zu dürfen:


- Ich begrüße ganz herzlich den Bundestagsabgeordneten für den
 Kreis Heinsberg, Herrn Wilfried Oellers.


- Weiter begrüße ich den alten und gerade neu gewählten
Landtagsabgeordneten für Wassenberg, Herrn Thomas Schnelle.


- Ich begrüße ganz herzlich den Allgemeinen Vertreter des Landrats,
der auch im Vorstand des Partnerschaftskomitees aktiv ist, Herrn
Philipp Schneider.


- Als Vertreterin des Kreistages begrüße ich herzlich Frau Waltraud
Kurth.


- Ich begrüße ganz herzlich den Ehrenbürger der Stadt Wassenberg
und gerade wiedergewählten Vorsitzenden des
Partnerschaftspräsidiums, Herrn Sepp Becker.


- Dann begrüße ich sehr herzlich den stellvertretenden
Bürgermeister der Stadt Wassenberg, Herrn Frank Winkens, und 
die 2. stv. Bürgermeisterin, Frau Irmgard Stieding.

 

- Ich begrüße ganz herzlich den Ortsvorsteher der Ortschaft
Wassenberg, Herrn Heinz-Josef Harren sowie die zahlreich
erschienenen Damen und Herren Stadtverordneten.


- Ferner begrüße ich die Vertreter der Kirchen ganz herzlich, Frau
Pfarrerin Karin Bayer und Herrn Pastor Thomas Wieners.


- Und schließlich begrüße ich stellvertretend für das
 Partnerschaftskomitee ganz herzlich deren Vorsitzende, die quasi 
in diesen Räumlichkeiten zu Hause ist, Frau Dr. Karin Hilgers.
Eigentlich hätten diese Europatage bereits 2020 hier in Wassenberg
 stattfinden sollen, allerdings hat uns die Corona-Pandemie hier einen
 Strich durch die Rechnung gemacht. Umso mehr freue ich mich, dass
Sie gleichwohl so zahlreich heute hier erschienen sind, um den 12.
Jahrestag der Städtepartnerschaft Wassenbergs mit Highworth und den
54. Jahrestag der Städtepartnerschaft mit Pontorson zu feiern.


Meine sehr verehrten Damen und Herren,


sind Städtepartnerschaften im Europa des 21. Jahrhundert überhaupt
noch erforderlich und zeitgemäß? Welchen Sinn machen diese
 Städtepartnerschaften heutzutage noch?


Vielleicht wäre die Beantwortung dieser Fragen bis vor ein paar Wochen
bei dem ein oder anderen noch ganz anders ausgefallen als heute. Denn
bis vor ein paar Wochen konnte sich wohl kaum jemand vorstellen, dass
rund 1.500 km von der Grenze Deutschlands entfernt in Europa Krieg
herrscht.


Dass Städtepartnerschaften wichtig sind, lässt sich heute mehr denn je
bejahen. Warum? Vielleicht ist die Antwort ganz einfach: Weil sich
Freunde nicht bekämpfen! 


Städtepartnerschaften sind Plattformen des Dialogs und Wurzeln
europäischer Werte. In Städtepartnerschaften treffen Menschen
aufeinander, die etwas bewegen wollen, die sich trotz mitunter
unterschiedlicher kultureller oder politischer Perspektiven kennenlernen
und verstehen wollen.


Auch, wenn das Handeln von Regierungen manches Mal vielleicht zu
Irritationen in ihren Ländern führen mag, ist es doch gut, wenn auf der
Ebene von Bürgerschaft und Kommunen ein grenzüberschreitender
Zusammenhalt besteht oder gar Freundschaften wachsen. Aus
zahlreichen Gesprächen mit Mitgliedern des Partnerschaftskomitees
kann ich jedenfalls feststellen, dass über die Jahre viele Freundschaften
entstanden sind und die Freude über das diesjährige Wiedersehen groß
ist.


In diesem Sinne wünsche ich allen, die sich für die
Städtepartnerschaften mit Pontorson und Highworth engagieren, noch
viele erfolgreiche Jahre und viel Freude. 


Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

 

Highworth Lane


Es war bereits seit langem der Wunsch des Partnerschaftskomitees, dass auch Highworth in Wassenberg in Form eines Straßennamens verewigt werden soll, am besten in räumlicher Nähe zur Pontorsonalle oder dem Pontorsonplatz.


Nachdem vor einem knappen Jahr der Umbau der alten Bahntrasse zu einem Rad- und Wanderweg fertiggestellt wurde, hatte Herr Peters die Idee, diesem Weg Highworth Lane zu taufen.


Damit findet nun auch unsere Partnerstadt Highworth endlich in unmittelbar
Nachbarschaft zur Pontorsonallee eine Heimat in unserer Stadt. Ich habe mich auch sehr gefreut, dass auch das Partnerschaftspräsidium und der Hauptausschuss des Rates diese Idee begrüßt haben, so dass wir heute die Highworth Lane feierlich eröffnen können.

 


Le comité de jumelage souhaitait depuis longtemps que Highworth soit également immortalisé à Wassenberg sous la forme d'un nom de rue, de préférence à proximité de la Pontorsonalle ou de la Pontorsonplatz.
Il y a un an, l'ancienne voie ferrée a été transformée en piste cyclable et en chemin de randonnée. Monsieur Peters a alors eu l'idée de baptiser ce chemin Highworth Lane.

 


Aujourd'hui, nous souhaitons inaugurer solennellement la Highworth Lane et donner ainsi à Highworth un foyer à Wassenberg.


It has long been the wish of the twinning committee that Highworth should also be immortalised in Wassenberg in the form of a street name near by Pontorsonallee or Pontorson Square.


A year ago, the old railway line was converted into a cycling and walking path. Mr Peters then had the idea to call this path Highworth Lane.


Today we would now like to ceremoniously open Highworth Lane and also give Highworth a home in Wassenberg.

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Europatage 2022 - Rede von Karin Hilgers

Rede der Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees Wassenberg, Karin Hilgers, anlässlich der Europatage 2022 in Wassenberg

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freundinnen und Freunde der Städtepartnerschaften,

wir haben uns lange nicht treffen können. 

Wir denken an die Menschen in unserer Partnerschaft, die in dieser Zeit verstorben sind.

Trotz der Einschränkungen, die uns die Pandemie auferlegt hat, haben es viele von uns geschafft, die Kontakte aufrecht zu erhalten: Karten, Mails und auch das einige oder andere digitale Treffen haben uns dabei geholfen – aber es ist natürlich nicht dasselbe. Umso größer ist meine Freude, dass wir heute hier sein können.

Die Gruppe ist kleiner als sonst – meine Vorredner haben es bereits gesagt. Daran merken wir: trotz aller Erleichterungen ist die Pandemie noch nicht vorbei, und mit den Auswirkungen werden wir weiterhin zu tun haben. Vermutlich müssen wir uns Gedanken darüber machen, mit welchen neuen Medien wir unsere Partnerschaft weiterhin lebendig erhalten.

Unsere Freude ist also nicht ganz ungetrübt. Das hat einen weiteren Grund: Wir sagen es bei jedem Treffen und haben es auch heute bereits gehört: Städtepartnerschaften sind ein Instrument des Friedens und dienen auch der Prävention von bewaffneten Auseinandersetzungen. Oft sprechen wir bei unseren Zusammenkünften über aktuelle politische Themen, sowohl „offiziell“ als auch an den privaten Esstischen. Ein Thema bewegt uns derzeit sehr und daher kann auch in dieser kurzen Ansprache der russische Angriffskrieg auf die Ukraine nicht fehlen.

Unser aller Gedanken sind bei den Menschen in der Ukraine, die unter dem Krieg leiden – Krieg kennt nur Verlierer! Die Hilfsbereitschaft in unserem Land ist groß, viele ukrainische Flüchtlinge – meist Frauen und Kinder – werden hier willkommen geheißen. Auch in Wassenberg ist das so, auch hier werden Hilfsgüter und Transporte organisiert, auch hier finden Menschen Wohnungen, finanzielle und tätige Unterstützung. Es ist klar: Europa kann einer solchen Agression nicht tatenlos zusehen.

Dennoch: viele Menschen bei uns haben Angst davor, dass Deutschland, dass Europa in den Krieg aktiv einbezogen wird, dass sich der Krieg ausweitet und dass das jetzt schon unermessliche Leid sich potenziert – wir müssen alles tun, damit es nicht zu einem weiteren Weltkrieg kommt. Darin sind wir uns einig – aber über den Weg dahin wird diskutiert: Sollen wir Angriffswaffen liefern? Ist es richtig, dass hier Soldaten ausgebildet werden? Wem kann man glauben, wenn doch die Wahrheit das erste Opfer eines jeden Kriegs ist? 

Diese Fragen, diese Sorgen hätten wir gerne mit unseren Europaabgeordneten besprochen. Leider mussten sie uns für dieses Jahr absagen. Dennoch gebührt ihnen der Dank dafür, dass sie 2020 und auch 2021 die Einladung angenommen hatten.

Dank möchte auch allen sagen, die sich an den Europatagen beteiligen, die trotz der Pandemie gekommen sind, die trotz der Pandemie Gäste beherbergen, die diese Tage vorbereitet haben. Ein Dank geht auch an die Räte und Verwaltungen der Städte, die diese lebendigen Austausche aktiv unterstützen.

Wir begegnen uns heute hier, weil wir an eine gemeinsame Zukunft in Europa glauben.

54 Jahre Städtepartnerschaft mit Pontorson, 12 Jahre mit Highworth – das sind Gründe zu feiern!

Vielen Dank dafür!

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Europatage 2022 - Rede von Richard Pearce

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Wassenbergerinnen und Wassenberger und alle Besucher:

- Danke, dass Sie uns zu Ihren alljährlichen Europatagen an Christi Himmelfahrt eingeladen haben, 

leider haben wir durch Corona das 10-jährige Jubiläum der Highworth-Wassenberg-Partnerschaft verpasst, nichtsdestoweniger können wir heute diesen Anlass feiern.

-Mir wurde gesagt, ich könne zu jedem Thema sprechen, das ich wolle; ich möchte kurz zu zwei Themen sprechen.  

Zunächst einmal sollte ich erklären, warum Highworth heute nur sehr schwach vertreten ist. 

Ende 2019 hatte ich eine Liste von etwa 30 Personen, die daran interessiert waren, Wassenberg im Jahr 2020, dem 10. Jahrestag unserer Städtepartnerschaft, zu besuchen.  Im Vereinigten Königreich war die Angst vor einer Ansteckung mit Corona und deren Folgen zu Beginn jenes Jahres groß. Vor allem bei Reisen änderten sich die Vorschriften ständig, es gab zusätzliche Kosten für Corona-Tests und eine allgemeine Verunsicherung zu einem Zeitpunkt, als die Menschen eine Entscheidung für oder gegen eine Reise trafen.  Daher haben sich die meisten Leute leider entschlossen, nicht zu kommen.  Außerdem habe ich gelernt, dass die Leute Wassenberg nur dann gerne besuchen, wenn sie bequem mit einem Reisebus reisen, der von Tür zu Tür fährt!

-Bei diesen Europatagen in Wassenberg weiß ich, dass Sie sich sehr für politische Themen interessieren, und in den letzten Jahren haben wir über viele Themen, auch über den Brexit und politischen Extremismus, diskutiert.  Soweit ich mich erinnere, ging es dabei hauptsächlich um die Rechtsextremen. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir über die Bedrohung durch Russland gesprochen haben.  Ich muss die Ukraine erwähnen.  Nur wenige Menschen hätten die Verwüstungen vorausgesehen, die Russland über die Ukraine gebracht hat.  Unser Mitgefühl gilt den Flüchtlingen, allen Ukrainern, die all ihre Hoffnungen und Träume in einer Situation zerstört sahen, auf die sie keine Kontrolle haben.  Der Brexit scheint mir jetzt eher eine 'lokale Schwierigkeit' im Lichte des gegenwärtigen Krieges zu sein.  Das einzig Gute, das ich erkennen kann, ist die Einigkeit der westlichen Länder in ihrem Widerstand gegen den Krieg und die Verhängung von Wirtschaftssanktionen.  Ich verstehe, dass verschiedene Länder unterschiedliche Herausforderungen haben, wenn sie keinen Handel mit Russland treiben wollen, und Sanktionen brauchen Zeit, um wirksam zu werden, aber wir müssen zusammenarbeiten.  Hoffen wir, dass diese Einigkeit fortbesteht und die EU und das Vereinigte Königreich in ihrer Politik und ihrem Handeln zusammenstehen, um es der Ukraine zu ermöglichen, wieder ein freies Land zu werden.

-Zurück zur Städtepartnerschaft: Ende 2019 bat ich Ian Miller um Bilder von Highworth.  Ian war sowohl Künstler als auch Unterstützer der Twining Association und hatte Wassenberg besucht. Leider ist Ian Anfang des Jahres verstorben, aber er hatte die beiden Bilder fertiggestellt, um die ich ihn gebeten hatte, und dafür bin ich ihm sehr dankbar. Ich habe das erste dem Bürgermeister von Pontorson Anfang dieses Monats vorgestellt und möchte Ihnen, Herr Bürgermeister, nun dieses Bild überreichen.

-Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

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für das aktuelle Jahr
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