Partnerschaftskomitee Wassenberg-Pontorson-Highworth e.V.

Aktuelles

Europatage 26. bis 29. Mai 2022

Liebe Freundinnen und Freunde der Städtepartnerschaften mit 

Pontorson und Highworth,

ich hoffe, ihr seid genau so froh und zufrieden wie wir, dass nach einer doch langen Zeit coronabedingter Enthaltsamkeit die diesjährigen Europatage haben stattfinden können. Wie Hélène uns mitteilte, sind die Franzosen am Sonntag, dem 29. Mai 2022, wieder wohlbehalten in Pontorson angekommen.

Insgesamt konnten wir dieses Jahr 35 Gäste aus Pontorson und 2 aus Highworth begrüßen. Es war ein beglückender Moment, als wir unsere Freunde aus Pontorson sowie Richard und Jane Pearce aus Highworth, die bereits einige Tage zuvor nach Wassenberg gekommen waren, von Angesicht zu Angesicht und leibhaftig begrüßen konnten. Umso größer war die Freude, da die Pontorsoner sogar früher als erwartet in Wassenberg eintrafen. Nach einem Sektempfang ging es dann für die Gäste zu ihren Gastgebern nach Hause.

Am nächsten Morgen fiel zunächst einmal ein Landregen, der aber pünktlich vor Abfahrt nach Brüggen aufhörte. Bevor der Bus aber starten konnte, wurden erst einmal bei Trinkgut Hensges die Vorräte geplündert und reichlich Bier eingekauft, das überdies genau zu diesem Zeitpunkt auch noch im Angebot war. Auf der Fahrt nach Brüggen gab es einige Erklärungen zu dem, was man am Wegesrand sehen konnte, angefangen mit dem Gelände des ehemaligen Militärflugplatzes in Wildenrath, über die Erstaufnahmeunterkunft für ukrainische Flüchtlinge in den ehemaligen Unterkünften der britischen Rheinarmee nahe Petersholz, hin zu den zahlreichen Windrädern, über die flächendeckend mit Photovoltaikanlagen bestückten Scheunen, über den Hinweis auf das wildreiche Waldband, das sich von Wassenberg entlang der holländischen Grenze bis zum Rhein zieht, bis hin zu den hier angebauten Feldfrüchten. Der Hinweis auf ein Campingplatzschild, das auf einen Campingplatz hinwies, ohne zu erwähnen, dass es sich hierbei um einen FKK-Platz handelte, veranlasste einige Pontorsoner Gäste dazu, einen Halt zu erbitten, worauf leider nicht eingegangen werden konnte, da wir die Camper natürlich nicht in ihrer Freizeitgestaltung stören wollten.

Angekommen in Brüggen, unternahmen wir zunächst einen halbstündigen gemeinsamen Sparziergang durch ein vor dem Ort gelegenes Feuchtbiotop. Extra für uns war ein Fischreiher in Position gegangen, und ein Schwan saß brütend unweit des Weges auf seinem Nest. Zurück in Brüggen, verteilte sich die Gruppe, besuchte die Sehenswürdigkeiten des Ortes anhand der ausgegebenen Flyer, machte einen kleinen Schaufensterbummel (auf Französisch: lèche-vitrines, was wörtlich „Schaufenster lecken“ bedeutet) oder genoss die örtliche Gastronomie, sei es in einem der mehreren Restaurants, im Schnellimbiss oder ließ es sich bei einem Eis gutgehen. Die hierfür angesetzten drei Stunden vergingen wie im Fluge.

Schon stand der nächste Programmpunkt an, das Freilichtmuseum in Grefrath. Bevor wir hier starten konnten, gab es eine kleine Verzögerung, da ein Hinweis auf die im Eingangsbereich befindlichen Toiletten zu einem unerwarteten Run auf dieselben führte. Nachdem wir noch einmal durchgezählt hatten, damit das Freilichtmuseum auch korrekt bezahlt werden konnte, verteilte man sich auf drei Führungen: eine auf Deutsch, eine auf Französisch und eine gemischte Führung auf Deutsch und auf Französisch, wobei Sabine Schmitz in altbewährter und routinierter Manier dolmetschte. Bei den Führungen fiel auf, dass in Frankreich die Landwirtschaft im Leben der Bevölkerung einen größeren Stellenwert hat als bei uns Deutschen. So kannten einige der Gäste (und auch einige der Deutschen) die ausgestellten landwirtschaftlichen Gerätschaften noch aus eigener Erfahrung, wie zum Beispiel ein Butterfass – „baratte“ auf Französisch. Nach der Führung bot sich bei glücklicherweise sonnigem Wetter noch die Gelegenheit, im Außenbereich des dem Museum angeschlossenen Pannekookehuus einen Pfannkuchen zu essen oder ein Getränk zu sich zu nehmen. Gegen 19.00 Uhr waren wir dann wieder zurück in Wassenberg und die Pontorsoner konnten den Abend bei ihren Gastgebern in Wassenberg verbringen.

Der Samstag stand dann ganz im Zeichen der offiziellen Feierlichkeiten. Um 10.00 Uhr begannen wir mit einem ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Kreuzkirche. Eindrucksvoll musikalisch untermalt wurde der Gottesdienst durch Gesänge des Quartettvereins Myhl auf Französisch, Englisch und Deutsch. Propst Wieners und Pfarrerin Bayer nahmen in ihren Predigten beziehungsweise Ansprachen Bezug auf die zur heutigen Zeit besonders wichtige Aufgabe unserer Städtepartnerschaften mit Pontorson und Highworth, ließen aber auch das Leid der Menschen in einem anderen europäischen Land, nämlich der Ukraine, nicht unerwähnt.

Von der Kreuzkirche ging es wenige hundert Meter weiter zum Forum der Betty-Reis-Gesamtschule zum dort stattfindenden Festakt, musikalisch in hervorragender Weise durch das Thomas-Elsenbruch-Trio untermalt. Auf die gehaltenen Reden, jede auf ihre eigene Weise eindrucksvoll, wird hier nicht eingegangen, da jede(r) diese noch einmal in den beigefügten Dateianhängen nachlesen kann. Die Redner trugen ihre Reden in ihrer jeweiligen Muttersprache vor, aber jedermann konnte die Reden anhand der ausgelegten Übersetzungen verfolgen. Eindrucksvoll zum Abschluss des Festakts war die eigenwillige Darbietung der drei Nationalhymnen sowie der Europahymne, 

der Ode an die Freude. Das Trio sang alle Hymnen, wobei die deutsche Nationalhymne recht unkonventionell zunächst nur von einer Person unter einfacher Gitarrenbegleitung begonnen wurde, bevor dann das Trio in voller Besetzung zu der dem Anlass gebotenen Feierlichkeit im Vortrag fand.

Nach dem offiziellen Festakt fand man sich auf dem Schulhof wieder, wo der Wettergott ein Einsehen mit uns hatte, und man bei sonnigem, wenn auch frischem Wetter, sich zu anregenden Gesprächen einfand, und zwar nicht nur die Komiteemitglieder mit ihren Gästen aus Pontorson und Highworth, sondern auch Bürgermeister Marcel Maurer sowie Mitglieder des Stadtrats, Propst Wieners, Pfarrerin Bayer und last, but not least, der ehemaliger Bürgermeister Manfred Winkens, der nun, wo er nicht mehr in Amt und Würden ist, auch als Privatperson unserem Verein treu bleiben will und Interesse bekundete, auch nächstes Jahr wieder mit nach Pontorson fahren zu wollen.

Nachdem man sich mit Sekt, Orangensaft und köstlich belegten Brötchen gestärkt hatte, traf man sich zum nächsten Programmpunkt, der feierlichen Eröffnung der Highworth Lane, am Pontorsonpatz ein. Ein großes Raunen ging durch die Gäste, als passend zum Anlass von der ehemaligen Bahnunterführung her die MacKenzie Pipe Band in Marschformation die Gäste mit ihrem Dudelsackspiel erfreute. Nachdem Bürgermeister Maurer in wohlgesetzten Worten auf die Vorgeschichte der Benennung der ehemaligen Bahntrasse, die nun zu einem wunderschönen Wander- und Radweg umgestaltet wurde, eingegangen war, trug Richard Pearce als Vorsitzender der Highworth Twinning Association ein Grußwort der Bürgermeisterin von Highworth vor, bevor er dann zusammen mit Bürgermeister Maurer das Band durchschnitt und die neu benannte Highworth Lane feierlich eröffnete. Hiermit war der offizielle Teil beendet. Die Rheinische Post hat übrigens bereits am Montag, dem 30. Mai 2022, über die Europatage berichtet.

Einige Interessierte fanden sich um 16.00 Uhr wieder am Pontorsonplatz ein, von wo Sepp Becker zu eine seiner überaus interessanten Stadtführungen aufbrach, die er immer auf die jeweilig anwesenden Teilnehmer abstimmt. In diesem Fall stellte die Franzosenzeit, zu der auch Wassenberg unter Napoleon zum Rur-Departement, auf Französisch „Département de la Roer“, gehörte, einen direkten Bezug für unsere Pontorsoner Gäste zur Geschichte unseren beiden Vaterländer her.

Die Teilnehmer hatten nur kurz Zeit, sich für das ab 19.00 Uhr die Europatage abschließende gemeinsame Abendessen im Wildenrather Restaurant „Zur Post“ frisch zu machen. Ein großer Dank geht an das Team um Herrn DiDiomede, der übrigens auch die belegten Brötchen für den Sektempfang geliefert hat. Trotz einer Auswahlmöglichkeit zwischen vier verschiedenen Hauptgerichten gelang es seinem Team, das Essen ohne große Wartezeiten zu den Gästen zu bringen, die die Suppe, das Hauptgericht und die Zusammenstellung aus drei verschiedenen Desserts ausnahmslos lobten. Bei anregenden Gesprächen klang der Abend gegen 23.00 Uhr aus.

Am Sonntagmorgen zur Abfahrt vom ZOB trafen sich alle wieder ein, auch um sich noch einmal zum obligatorischen Abschiedsfoto vor dem mit einem großen Foto des Mont Saint Michel geschmückten Reisebus aufzustellen. Fähnchen schwingend und winkend verabschiedeten wir uns zum Abschluss von unseren Gästen.

Rückblickend kann man sagen, dass der Verlauf der diesjährigen Europatage uns hoffnungsvoll stimmt, dass es nach der coronabedingten Pause weitergeht und wir uns schon auf die für nächstes Jahr geplante Tour nach Pontorson freuen. Auch mit Richard Pearce von der Highworth Twinning Association stehen wir im Gespräch, dass bald wieder eine Gruppe von Wassenberg nach Highworth starten kann. Ich denke, unser diesjähriges Konzept, etwas weg vom Motto des „Immer mehr“ hin zu einer Gestaltung der Tage zu gehen, die mehr Freiraum für persönliche Begegnungen bot, ist aufgegangen, auch wenn wir dafür auf die Zuschüsse aus Brüssel verzichten müssen.

Wir bedanken uns noch einmal bei allen Gastgebern, die nach der coronabedingten Pause den Mut und die Bereitschaft gezeigt haben, unsere Gäste aus Pontorson und Highworth zu beherbergen. Unser Dank gilt aber auch allen anderen, die zum Gelingen der Europatage 2022 beigetragen haben.

Der diesjährige „Prix de Wassenberg“ wird am Sonntag, dem 11. September 2022, im Hippodrome Anse de Moidrey, der Pferderennbahn in der Nähe von Pontorson, ausgetragen. Sollte jemand Interesse haben, hierzu nach Pontorson zu fahren, kann er mir dies bitte per E-Mail mitteilen, damit wir gegebenenfalls Näheres besprechen können.

Fotos zu den Europatagen müssen noch gesichtet werden und werden voraussichtlich bei der nächsten Mitgliederversammlung im Herbst gezeigt.

Herzliche Grüße

Heinz-Josef Peters

Geschäftsführer Partnerschaftskomitee Wassenberg e.V.

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für das aktuelle Jahr
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