Partnerschaftskomitee Wassenberg-Pontorson-Highworth e.V.

Mai/Juni 2016

Liebe Freunde der Städtepartnerschaft,

Schwerpunkt der vorliegenden Ausgabe der Info ist ein Bericht über die Europatage, die vom 5. bis 8. Mai 2016 in Wassenberg stattgefunden haben. Dem Komitee lag es daran, die Europatage offen für alle Interessierte zu gestalten. Durch Plakate, die im Stadtgebiet aufgehängt waren, wurde insbesondere auf den Festakt und die Thematik aufmerksam gemacht.

Europatage in Wassenberg

Am Donnerstag, dem 5. Mai 2016, reisten insgesamt 47 Gäste aus der Partnerstadt Pontorson nach Wassenberg. Gegen 17.30 Uhr traf der Bus an der Betty-Reis-Gesamtschule ein. Parallel dazu hatten sich zwölf Gäste aus Highworth auf den Weg nach Wassenberg gemacht. Für unsere Gäste und Gastfamilien gab es einen Begrüßungstrunk. Pünktlich um 18:00 Uhr konnte Sepp Becker die diesjährigen Europatage eröffnen. Er erläuterte den Anwesenden das Programm, das von „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ unterstützt wird und er erinnerte daran, dass vor 40 Jahren der Beschluss zur europäischen Wirtschafts– und Währungsunion gefasst wurde. Die Verteilung auf die Gastfamilien verlief problemlos. Den ersten Abend verbrachten unsere Gäste mit den Gastfamilien.

Bevor man sich am Freitagmorgen zu den Arbeitsgruppen traf, wurde die Ausstellung besichtigt, die von Schülern der Betty-Reis-Gesamtschule erstellt worden war. Die Ausstellung war genau mit den Themen der diesjährigen Europatage abgestimmt. Das Interesse der Teilnehmer war sehr groß, es herrschte Gedränge vor den Schautafeln.

Nach der Ausstellung ging es in die Klassenräume zu den Arbeitsgruppen. Die erste Arbeitsgruppe wurde von Karin Hilgers geleitet. Sie befasste sich mit dem Thema: Großbritannien vor dem Brexit? Es wurde diskutiert über GB vor der Abstimmung, Stimmung im Land, mögliche Folgen für unsere Städte, mögliche wirtschaftliche und politische Folgen für Europa, über rechte Tendenzen in unseren Ländern.

Sepp Becker befasste sich mit der Europäischen Geldpolitik. Diskutiert wurde über Zinspolitik, Eurokrise, Griechenland und andere südeuropäische Länder, Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, Jugendarbeitslosigkeit, rechte Tendenzen, Solidarität europäischer Staaten und „Was passiert, wenn der Euro platzt“. Als Übersetzerin fungierte Evelyne Renoult.

Insgesamt zwei Arbeitsgruppen befassten sich mit dem Thema „Festung Europa?“. Diskutiert wurde über die Zuwanderung aus Afrika, rechte Tendenzen in Europa, Grenzzäune, Schengen und die Solidarität in Europa. Die beiden Arbeitsgruppen wurden geleitet von Thomas Kügler (Dolmetscherin Isabelle Kügler) und Hermann Kitschen (Dolmetscherin Isabelle Wintrich).

Eine weitere Arbeitsgruppe, die von Ullrich Gütte geleitet wurde (Übersetzerin Helene Durant) sprach über Flüchtlinge aus Syrien/Irak/ Afghanistan. Diskutiert wurde über Kriegsursachen, Folgen, Verteilung der Flüchtlinge, Verantwortung Europas, (un)solidarisches Verhalten der Nationalstaaten und Folgen für den europäischen Zusammenhalt.

Die beiden letzten Arbeitsgruppen erörterten die Thematik Flüchtlinge in unseren Städten. Es wurde über die Herkunftsländer, Anzahl, Unterbringung, Folgen für den Staat und rechte Tendenzen gesprochen. Wichtig waren auch die Beiträge, was getan wird und was getan werden sollte. Die beiden Arbeitsgruppen wurden geleitet von Walter Bienen (Übersetzerin Resi Seidl) und Ewald Schmitz (Übersetzerin Sabine Schmitz).

Das Interesse an den Arbeitsgruppen und die Diskussionsfreude überraschte die Leiter der Arbeitsgruppen. Man konnte klar erkennen, dass die Themen alle interessierte. Erfreulich war auch, dass eine Reihe interessierter Wassenberger, die nicht Mitglied im Partnerschaftskomitee sind, an den Arbeitskreisen und Diskussionen teilnahmen.

Nach einem kleinen Imbiss mit belegten Brötchen, der im Forum der Betty-Reis-Gesamtschule eingenommen wurde, fanden Stadtführungen statt. Schwerpunkt war der neue Burgfried. In drei Gruppen, die von den Stadtführern Therese Wasch, Walter Bienen und Sepp Becker geführt wurden, brachte man den Teilnehmern insbesondere den neuen Burgfried näher. Vom Burgfried konnte man bei herrlichem Wetter Wassenberg und das herrliche Rurtal bewundern. Überrascht waren unsere Gäste aus Pontorson und Highworth darüber, dass man in der oberen Etage des Burgfrieds Bilder aus ihren Heimatorten ausgestellt hatte.

In Anschluss an die Stadtführungen brachen unsere Gäste und Mitglieder des Komitees zu einem Kurzbesuch nach Roermond auf. In Roermond hatte man Zeit zum Shoppen und Sightseeing.

Der Samstag, an dem der Festakt stattfand, begann mit einem gemeinsamen Gottesdienst. Der Gottesdienst wurde von Pfarrerin Sabine Frauenhoff und Pfarrer Thomas Wieners gestaltet. Die musikalische Untermalung des Gottesdienstes übernahm der Quartettverein Myhl.

Mit kurzer Verspätung begann dann der Festakt. Auch der Festakt stand unter dem Thema, ob Europa noch zu retten ist! Als Festredner sprachen zunächst die Bürgermeister von Wassenberg, Manfred Winkens, und von Pontorson, André Denot.

In ihrer Ansprache stellte Ria Oomen-Ruijten, die jahrelang Mitglied des Europaparlaments war und aktuell der Ersten Kammer der Niederlande angehört, die Gegenfrage, was wir denn tun würden, wenn es das Europa von heute nicht mehr geben würde? Frau Ria Oomen-Ruijten kommt aus unserer Gegend, sie ist in Echt geboren und wohnt in Maasbracht. Sie stellte in ihrer Rede fest, dass Europa derzeit nicht in einem guten Zustand ist. Sie forderte zu mehr Miteinander und Solidarität auf! Ihr Fazit war, dass es in der EU mehr Europa geben müsste. Falsch wäre es auf jeden Fall, Populisten hinterher zu laufen! Frau Ria Oomen-Ruijten ist klar der Meinung, dass Europa zu retten ist.

Nach der Europapolitikerin sprachen Richard Pearce (Vorsitzender des Komitees Highworth), Hélène Durant (Vorsitzende des Komitees Pontorson), Chrit Wolfhagen (Beigeordneter von Roerdalen) und Sepp Becker (Vorsitzender des Komitees Wassenberg) zu den unterschiedlichen Aspekten des Themas der Europatage.

Das Ensemble Schell untermalte in hervorragender Weise den Festakt musikalisch. Insbesondere die vier Nationalhymen und die Europahymne waren Andreas Schell (Klavier), seiner Tochter Jana (Violine) und seinem Sohn Elias (Violoncello) sehr gut gelungen.

Zum Ende des Festaktes bedankte sich Manfred Winkens bei den Rednern. Vor der Übergabe der Gastgeschenke wies er darauf hin, dass Frau Sabine Verheyen, Mitglied des Europaparlaments, von der Karlspreisverleihung an Papst Franziskus direkt nach Wassenberg kommen wird. Sie würde ihre Ansprache nach dem gemeinsamen Mittagessen halten.

Nach dem Festakt fand der traditionelle Sektempfang statt. Wegen des sehr schönen Sommerwetters konnte der Sektempfang im Freien auf dem Schulhof stattfinden.

Anschließend fand im Forum der Betty-Reis-Gesamtschule eine Diskussion mit den beiden Bundestagsabgeordneten Wilfried Oellers (CDU) und Norbert Spinrath (SPD) statt. Die Moderation der Diskussion hatten zwei Schüler der Betty-Reis-Gesamtschule übernommen.

Nach dem Sektempfang und der Diskussion gab es das traditionelle gemeinsame Mittagessen auf Einladung der Stadt Wassenberg und des Partnerschaftskomitees. Während des Essens traf die Aachener Europaparlamentarierin Sabine Verheyen ein. Sie zeigte sich sehr erfreut, zum zweiten Mal nach 2014 zu den interessierten Zuhörern sprechen zu können. Frau Verheyen führte in drei Sprachen aus, dass die EU vor den größten Herausforderungen seit ihrem Bestehen stehen würden. Sie forderte vehement dazu auf, in keinem Fall eine Spaltung der EU zuzulassen! In ihrer Ansprache würdigte Frau Verheyen die Wichtigkeit von Städtepartnerschaften und den damit verbundenen Begegnungen von Bürgern aus verschiedenen Ländern. Frau Verheyen gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass das Volk in Großbritannien sich Mitte Juni gegen einen Austritt aus der Europäischen Union entscheiden wird.

Mit einem kulturellen Abend am Samstagabend klangen die diesjährigen Europatage aus. Musik, Tanz und nette Gespräche standen im Mittelpunkt des Abschlussballs. Die musikalische Gestaltung des Abends hatte die Nightlife Band übernommen. Bei einem Essen konnte man sich stärken. Eine Gruppe mit schottischen Dudelsackpfeifern, die Castle Pipers, zeigte uns ihr Können.

Am Sonntagmorgen verließen uns unsere Gäste nach einer kurzen Evaluation Richtung Pontorson und Highworth. Viele fleißige Hände halfen dann, den geschmückten Festraum der Betty-Reis-Gesamtschule wieder für den Schulbetrieb an kommenden Tag herzurichten. Es macht Freude zu sehen, wie viele Komiteemitglieder bereit sind, Arbeiten zu verrichten. Dafür gilt allen der Dank des Vorstands.

Am Sonntagabend erhielt ich dann aus Pontorson die Mitteilung, dass der Bus nach knapp 11-stündiger Fahrt heil angekommen war. Hélène Durant bedankte sich nochmals bei allen Wassenbergern, die Gäste bei sich aufgenommen oder bei den Europatagen geholfen haben. Das hiesige Komitee schließt sich diesem Dank gerne an!

Ullrich Gütte

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für das Jahr 2019
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